Teuer aber unentbehrlich

Bei arbeits- und tarifvertraglichen Ansprüchen und Rechten besteht im Gebäudereiniger-Handwerk keine Unterschied zwischen Mini-Jobs und sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen. Die Tarifverträge des Gebäudereiniger-Handwerks gelten ausdrücklich (§ 1 III RTV) auch für Mini-Jobber.

Die volle Geltung der Tarifverträge des Gebäudereiniger-Handwerks und die Tatsache, dass die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung bei Mini-Jobbern mit 28% (pauschale KV- und RV-Beiträge von 13% bzw. 15% sowie pauschalierte Lohnsteuer von 2%) erheblich höher als bei sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten  mit ca. 20% sind, widerlegt zumindest für das Gebäudereiniger-Handwerk das Vorurteil, dass Mini-Jobber „billige Arbeitskräfte“ seien.

In der Gebäudereinigung ist das Gegenteil der Fall: Aufgrund der höheren Arbeitgeberbeiträge sind Mini-Jobber sogar die teuersten Arbeitskräfte für den Arbeitgeber. Dennoch kann in der Gebäudereinigung nicht auf diese gesetzlich anerkannte Form der Beschäftigung verzichtet werden, weil Reinigungsaufträge häufig nur für wenige Stunden pro Tag bestehen (z.B. vor Öffnung oder nach Schließung der Objekte). Dennoch ist der Anteil an Mini-Jobbern in der Gebäudereinigung in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken.